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23.11.2017, Urheber und Medienrecht, Internet- und Onlinerecht
Gericht gibt Til Schweiger Recht

Im Streit um eine Nachricht auf Facebook zwischen einer Frau aus Sulzbach (Klägerin) und dem Schauspieler Til Schweiger (Beklagter) hat die 4. Zivilkammer des Landgerichts den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen.

Die Klägerin hatte den Beklagten nach der Bundestagswahl in einer privaten Nachricht gefragt, ob er nun Deutschland verlassen werde, nachdem er vor der Bundestagswahl angekündigt haben soll, dass er bei einem Einzug der AfD in den Bundestag Deutschland verlassen wolle. Der Beklagte hatte diese Nachricht über seine Facebook-Seite veröffentlicht.

Die Klägerin hatte deshalb Unterlassung begehrt, weil sie ihr Persönlichkeitsrecht verletzt sah.

Die Kommunikation war Gegenstand medialer Berichterstattung. Die Klägerin fühlt sich durch das Veröffentlichen ihrer privaten Nachricht in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und begehrt Unterlassung. Der Beklagte hat die Auffassung vertreten, eine rechtswidrige Verletzung des Persönlichkeitsrechts liege nicht vor, weil die Antragstellerin selbst in die Öffentlichkeit gegangen sei, insbesondere ihren Post unter voller Namensnennung und Angabe ihres Wohnorts verbreitet habe. Die Antragstellerin könne auch keine Unterlassung mehr verlangen, nachdem sie im Nachhinein sogar an einer Veröffentlichung des Vorgangs in der Bild-Zeitung mitgewirkt habe.

Dem ist das Landgericht Saarbrücken nicht gefolgt. Das Gericht hält zwar den Vorwurf einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts für berechtigt, weil der Inhalt privater Nachrichten unabhängig von dem gewählten Kommunikationsweg grundsätzlich nicht an die Öffentlichkeit weitergegeben werden dürfe. Die Kammer sieht den Eingriff in das Persönlichkeitsrecht allerdings durch das Informationsinteresse und das Recht des Beklagten auf Meinungsfreiheit gedeckt. Die Klägerin habe sich mit ihrer Äußerung über ein großes soziales Netzwerk an den prominenten Beklagten gewandt, um an einer in der Öffentlichkeit geführten kontroversen Debatte teilzunehmen. Dabei habe sie sich ihrerseits nicht neutral verhalten, sondern Kritik am Beklagten geäußert und sich zudem auf eine Behauptung des Beklagten gestützt, die nicht erwiesen werden konnte. Die Klägerin habe sich deshalb ebenfalls der öffentlichen Diskussion und der in diesem Zusammenhang geäußerten Kritik, etwa durch Kommentare auf Facebook, stellen müssen. Dabei habe der Beklagte auch den Namen der Klägerin veröffentlichen dürfen. Maßgebend hierfür sei, dass die Klägerin ihrerseits vor der Veröffentlichung durch den Beklagten unter Angabe ihres vollständigen Namens an die Öffentlichkeit gegangen sei, nämlich in einem Internet-Forum mit ca. 25.000 Mitgliedern.

Gegen das Urteil ist die Berufung zum Saarländischen Oberlandesgericht zulässig.

 

Wir werden die mit Spannung erwarteten Urteilsgründe an dieser Stelle wiedergeben, sobald das Urteil im Volltext verfügbar ist.

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